Mikro-Abenteuer: Wandern in der Sächsische Schweiz

Es wurde wieder mal Zeit für ein Mikro-Abenteuer. Diesmal in die Sächsische Schweiz.

Yeah! Die Sächsische Schweiz ist wunderschön.

Sächsische Schweiz

Die Oster-Feiertage haben wir für einen Abstecher in den Osten in die Sächsischen Schweiz genutzt. Seit fast schon einem Jahr werden regelmäßig Fotos der berühmten Basteibrücke in unseren Instagram Feed gespült. Es war also nur eine Frage der Zeit, bis wir diese Kulissen selbst besuchen würden. Die Sächsische Schweiz ist ein absolutes Wanderparadies. Wer uns bei Instagram folgt wird wissen, dass wir die meisten unserer Wanderungen mit der „Komoot“ App planen. Es ist nun mal einfach so schön leicht coole Routen zu finden. Gibt man z.B. „Rathen“ oder „Sächsische Schweiz“ in der App an ist die Auswahl an Routen beinahe endlos. Bis auf einen Abstecher nach Dresden stand für uns Wandern bei diesem Trip im Fokus. Deshalb kommen hier auch unsere Routen.

Rathen

Rathen ist der nächstgelegenste Ort an der Bastei und daher ein ziemlich guter Übernachtungs-Ort. Der Ort ist klein und putzig, aber nicht besonders aufregend. Hier werden dem Sprichwort zufolge nachts die Bürgersteige hochgeklappt. Neben den Online auffindbaren Unterkünften gibt es hier fast in jedem Haus noch Gästezimmer oder Ferienwohnungen. Rechts und links zu suchen kann sich also finanziell richtig lohnen! Wir haben für unsere FeWo inkl. Kurtaxe für 5 Nächste 210,- Euro gezahlt. Die Bude hat eine sehr gute Lage, war sauber, aber hatte eine sehr gewöhnungsbedürftige Einrichtung (erinnert sich jemand an die hotte Wanduhr aus unseren Instastorys?). Das Parken ist in Rathen teilweise schwierig. Es gibt nicht viele öffentliche Parkplätze, weil der Ort wirklich klein ist und großenteils zur Fußgängerzone erklärt wurde. Wer aber trotzdem nur für einen Tagesausflug hierher fahren möchte, trifft oft auf den Hinweis „Parken nur mit Sonderberechtigung“. Das ist etwas irreführend, denn das passende Parkticket bekommt man für einen kleinen Betrag (aktuell 2,10 Euro/Tag) im Besucherzentrum. Viele Wanderungen starten direkt im Ort.
Sehr zu empfehlen außerdem ist der Nachbarort Schmilka. Schmilka liegt knapp vor der Tschechischen Grenze und ist bekannt für die Bierbrauende-Bio-Bäckerei „Schmilk’sche Mühle“. Der perfekte Platz für ein Post-Wander-Bier.

Bastei

Die berühmte Bastei sieht wirklich sagenhaft aus! Wir haben unseren Bastei Besuch mit einer Wanderung vereint. Wer die Schönheit ohne (großen) Besucher-Ansturm erleben will, der sollte zum Sonnenaufgang direkt zur Bastei fahren – und nicht wie wir erst gegen mittags dort ankommen. Aber selbst frühmorgens gibt es keine Garantie für eine menschenleere Bastei.

1. Wanderung: Schwedenlöcher, Amselfall, Bastei (Rundweg)

Das Wahrzeichen der Region: die Bastei

Die Wanderung startet im Kurort Rathen. Gefunden haben wir diese Route – wie so oft – über Komoot. Hier geht es zur genauen Tour Beschreibung. Von fast 5 Stunden, sind wir nur 2,5 Stunden wirklich gewandert. Die Hälfte der Zeit haben wir damit verbracht Fotos zu machen, wer kennt es?

  • Schwierigkeitsgrad: moderat
  • Dauer: ca. 3 Std.
  • Strecke: 12km
  • Höhenmeter: 430m
  • Highlights: 5

Durch die Schwedenlöcher

Diese Wanderung fängt gleich sehr schön an! Das erste Highlight folgt nach wenigen Metern: der Amselsee. Der Amselsee fließt halb versteckt umgeben von den Niederrathener Felsen am Rande von Rathen. Der See führt unmittelbar zum nächsten Highlight: den Amselfall. Eingerahmt von den hohen Felsen stürzt der Grünbach hier in den Amselsee. Direkt am dem Wasserfall befindet sich das Gasthaus Amselbaude. Von hier aus hat man einen wunderschönen Ausblick. Nach dem Amselfall geht es weiter zu den Schwedenlöchern. Sie flankieren einen besonders schöner Abschnitt durch enge Schluchten. Der Aufstieg ist etwas steiler und für Wander-Newbies etwas anstrengend, aber definitiv machbar!

Der Amselfall.

Aussicht auf die Elbe.

Nach den Schwedenlöchern geht es ein gutes Stück weiter bis zur Pavillonaussicht. Die Aussicht liegt kurz vor der Bastei und bietet einen wunderschönen Ausblick auf das weite und tiefe Tal. Ein perfekter Ort für Fotos und eine Snack-Pause. Das letzte Routen-Highlight ist die Bastei, der Klassiker im Elbsandsteingebirge. Zu Stoßzeiten ist es unglaublich überfüllt hier; ein totales Kontrastprogramm zu den schönen naturbelassenen Abschnitten zuvor.

ACHTUNG: RUNDWEG!  

Nach der Bastei kann man natürlich den gleichen Weg wieder absteigen – oder wie wir den Rundweg weiter laufen. Es folgt noch ein kurzes, etwa 3 km langes Stück durch den Wald, aber dann: Asphalt. Die Route führt aus dem Wald raus auf einen Gehweg an der Elbe entlang. Sicherlich auch ein schöner Abschnitt – für uns aber zu betoniert und waldlos. Die kürzere Route wäre spannender gewesen.

2. Wanderung: Schrammsteine

Die wunderschönen Schrammsteine

Die Wanderung startet bei der Schrammsteinbaude in Bad Schandau.Wer früh kommt sollte keine Parkprobleme haben. Es gibt einige kostenfreie Plätze, ein Bus fährt auch hierher. Unsere Route findest du wieder hier bei Komoot. Die Wanderung ist mega cool und abwechslungsreich. Es geht rauf und runter, viele Aussichten und leichte Klettersteige. Trittsicher sollte man auf jeden Fall sein. Wer mit Platzangst kämpft, der macht besser einen Bogen um die hochgelegenen Aussichten, die nur über enge Klettersteige zu erreichen sind.

  • Schwierigkeitsgrad: moderat
  • Dauer: ca. 2 Std.
  • Strecke: 8km
  • Höhenmeter: 330m
  • Highlights: 6

Vanessa wird immer abenteuerlustiger.

Auch diese Route beginnt direkt in wunderschöner Natur. Nachdem man an der Schrammsteinbaude oder am Parkplatz angekommen ist, folgt man den Kennzeichnungen zum „Lattengrund“. Der Lattengrund ist der westliche Zugang zu den Schrammsteinen. Der Weg ist umschlossen von hohen Felsen. Das kühle und feuchte Klima zieht Farne und Moose an und ist ein super schöner Einstieg. Nach einem knappen Kilometer erreicht man den ersten Ausblick: zum Falkenstein. Von hier aus geht es weiter durch das Schrammtor, das nach einem halben Kilometer zum Schrammsteintor führt. Bevor es von hier aus weiter zu den Schrammsteinen geht, folgt ein kurzer Abstecher zum Schrammsteingratweg. Der Steig hier hoch ist der anstrengendste der gesamten Wanderung, aber immer noch so easy, dass man keinen Klettergurt braucht. Ein Abstecher, der sich absolut lohnt! Der Aussichtspunkt bietet einen wunderschönen Blick und ist perfekt für eine kleine Nasch-Pause. Die Wanderung führt weiter auf die Aussichtsplattform der berühmten Schrammsteine. Von hier aus verläuft der Rundwanderweg wieder zurück zum Startpunkt weiter mitten durch den Wald.

3. Kurzaufstieg auf den Pfaffenstein

Der Aufstieg zum Pfaffensteinplateau

Der kurze Aufstieg zum Pfaffenstein Plateau lohnt sich! Vor allem dann, wenn man kaum Zeit hat. Wir haben das Plateau morgens vor unserem City Trip nach Dresden besucht – das hat perfekt gepasst. Es gibt zwei Wege hoch auf den Pfaffenstein: den bequemen und längeren Weg rundum hoch und den geraden, steilen Weg über Leitern direkt hoch, das sogenannte Nadelöhr. Wir sind übers Nadelöhr auf und abgestiegen, obwohl der Abstieg hierüber nicht  empfehlenswert ist – vor allem nicht, wenn es voll ist! Die Wanderung erreichst du am besten mit dem Auto, am Fuß des Pfaffensteins kann man gegen eine Gebühr parken. Bei dieser Tour lohnt es sich der early bird zu sein! Als wir samstagmorgens um viertel vor Acht am Parkplatz ankamen, war unser Auto das einzige. Den Aufstieg hatten wir komplett für uns und auf dem Plateau sind wir auch niemanden begegnet. Beim Abstieg gegen halb Zehn, sah es schon ganz anders aus: Gruppen kamen uns entgegen und der Parkplatz war voll.

  • Schwierigkeitsgrad: leicht
  • Dauer: ca. 2 Std. (reiner Auf und Abstieg: ca. 45 Min.)
  • Strecke: 3,3km
  • Höhenmeter: 290m
  • Highlights: 4

Tolle Aussichten auf den Pfaffenstein genießen.

Die Tour startet am Pfaffenstein Parkplatz. Über das Nadelöhr geht es dann über schmale Streppen straight nach oben. Oben angelangt haben wir uns links gehalten und sind das ganze Plateau abgelaufen. Es erwarten dich Aussichten auf den Gohrisch, den Papststein und auf die Barbarine. Eine Abzweigung führt zum „Opferkessel„. Der Opferkessel ist eine Vertiefung im Felsen, der vermutlich in der letzten Eiszeit entstanden ist. Obwohl man nur auf einem Plateau unterwegs ist, ist dieses abwechslungsreich und eröffnet wunderschöne Aussichten über das Tal. Perfekter Zwischendurch-Ausflug.

4. WANDERUNG: Böhmische Schweiz: Wanderung von Hřensko zum Prebisch Tor, über die wilde und stille Klamm

Das Prebischtor.

Das Elbsandsteingebirge geht über die Grenze Deutschlands hinaus und wird auf der tschechischen Seite zur Böhmische Schweiz. Unweit der Deutschen Grenze befindet sich der Ort Hřensko, von dem aus man die Wanderung zum Prebisch Tor starten kann. Das Prebisch Tor ist Europas größte Natursteinbrücke und wirklich beeindruckend. Unsere Wanderung haben wir hier wieder mit Komoot aufgezeichnet. Wir haben zwei Routen miteinander kombiniert: die Wanderung zum Prebischtor und die Route über die Wilde- und Stille Klamm. Die Anreise mit den ÖPNV ist möglich. Etwa 1km vom Wanderstartpunkt entfernt gibt es kostenpflichtige Parkplätze. Als wir um 7:45 Uhr in der Früh ankamen, war der Parkplatz menschenleer. Erst um 8 Uhr kam die Parkplatz-Wache. Dort mussten wir unseren Fee von 5 Euro (Stand: 04/2018) zahlen. Vorher sollte man besser nicht hinfahren, denn vor Acht bekommt man keinen Parkschein und die angedrohten Strafen sind happig teuer. Diese Wanderung war das absolute Highlight unseres Mikro-Abenteuers in der Sächsischen/Böhmischen Schweiz: abwechslungsreich und wunderschön.

  • Schwierigkeitsgrad: moderat
  • Dauer: ca. 4 Std.
  • Strecke: 18,4 km
  • Höhenmeter: 430m
  • Highlights: 4

Aussicht vom Adlerhorst Plateau.

Die Tour beginnt an der Bushaltestelle „Prebischtor“. Der Weg bis zum Tor ist gut ausgebaut und sehr gut zugehen. Nach etwa 2,5 km erreicht man bereits den Zugang zum Prebisch Tor. Um zum Tor und zum Aussichtspunkt zu kommen, muss man das „Adlerhorst“, eine in den Fels gebaute Gatstätte, passieren. Es fällt eine Gebühr von 3 Euro an (Stand 04/2018). Für die eigentliche Route muss man den Stop zwar nicht einlegen – die Aussicht von der Anlage aus ist jedoch super und deshalb eine klare Empfehlung! Wir early Birds waren viel zu früh hier. Offiziell öffnet der Zugang erst um 10 Uhr. Wir hatten schon unsere Iso-Kissen* ausgebreitet, als ein super freundlicher Mitarbeiter zu uns kam und uns früher rein ließ. Vom Aussichtspunkt aus hat man einen wunderbaren Blick auf das Prebischtor und das umliegende Sandsteingebirge. Anschließend führt die Tour weiter durch den Wald Richtung dem Fluss Kamnitz über den Gabrielensteig.

Vanessa hat Baumstämme gefunden.

Am Fluss angekommen folgt ein romantischer Spaziergang entlang des Wassers. Umgeben von hohen moosbewachsenen Felsen führt der Weg zum Kahn-Einstieg. Hier ist zu Fuß kein weiterkommen mehr. Zwei Etappen der Route (Wilde Klamm und Stille Klamm) sind nur mit dem Kahn überwindbar. Unsere Route führt zuerst über die Wilden Klamm. Die Kahnfahrten sind ein Touristenmagnet. Viele kommen nur für die Fahrten und überspringen die Wanderung. Von daher kann es zu Stoßzeiten auch mal voll im Kahn werden. Die Kahnfahrten starten alle 20 Minuten und kosten 3 und 4 Euro (Stand 04/2018). Während der Kahnfahrer uns durch die Klammen schippert, erklärt er humorvoll die Entstehung des Gebiets und hält die ein und andere Überraschung bereit. Die Fahrt durch die Wilde Klamm ist ca. 500m lang und dauert etwa 15 Minuten. Die Stille Klamm (Edmundsklamm) misst 960m und die Bootstour dauert etwa 20 Minuten. Nach der Kahnfahrt folgt der Rückweg zum Startpunkt (Bushaltestelle „Prebischtor“).

„Cabin In The Wood“ oder einfach der süßeste Ticketschalter der Böhmischen Schweiz

Lieblingsbeschäftigung: Aussichten genießen.

Fazit

Dieses Mikro-Abenteuer hat sich wirklich gelohnt! Gut erreichbar, günstig und tolle Natur. Wir sind uns sicher: Wir kommen wieder! Vielleicht im Früh-Sommer, wenn es blüht und grün ist oder im Winter, wenn die Landschaft ein Winterwonderland ist.

2 Kommentare

  1. Toller Beitrag! Endlich weiß ich was es dort außer der Bastei noch so gibt!
    Viele Grüße
    Simon

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.