USA: Roadtrippin National Parks Teil 1

Wer kennt sie nicht – diese surrealen Bilder von Canyons die Instagram tapezieren, die sowohl Apple als auch Windows Standard-Hintergründe sind und nicht selten als Filmkulisse für den Wilden Westen fungieren? Während unserer Orga-Phase füllte sich die Bucket List täglich mit neuen Inspirations-Bildern und Zwischenstopps. Dieser Beitrag wird der erste Teil über unseren USA Roadtrip durch die National Parks.

1 National Parks
Wie riesig und vielfältig Nordamerika ist, erfährst du am besten in den zahlreichen National Parks. Die Parks werden vom National Park Service (kurz NPS) erhalten, kontrolliert und gepflegt. Die Park Ranger sind echt wahnsinnig coole Leute! Sie kennen ihre Parks in und auswendig, helfen dir bei jeder Frage weiter und geben ihr bestes um die Naturgewalt zu bewahren. Wer im Park planlos ankommt, der wird nach dem Besuch im Visitor Center den Durchblick haben. Besuchst du mehr als zwei Parks, lohnt sich die Investition in den „Annual Pass„. Der Annual Pass gilt ein Jahr, kostet einmalig 80$ und bietet Zugang zu allen NPS-betriebenen National Parks für zwei Personen. Eine super Sache, dass der Zugang zur epischen Natur so günstig angeboten wird. Einige wenige Parks sind vom Annual Pass ausgenommen, weil sie in einer indianischen Region liegen, wie z.B. der Antelope Canyon, im Navajo Gebiet.

In Vegas gestartet stand der Zion Nationalpark als erster auf dem Routen-Plan. Von Vegas aus ist es eigentlich nur eine drei-Studen-Fahrt bis zum National Park. Eigentlich… denn von Nevada nach Utah wechselt die Zeitzone. Statt um 17 Uhr (was auch schon nicht wirklich früh geplant war), kamen wir erst um 18 Uhr im Park an. Aus dem Traum den Aussichtspunkt Angels Landing zu besteigen wurde nichts mehr. Um 19 Uhr dämmerte es, um 19:30 Uhr war es Stockdüster. Wir hatten Glück noch die Virgin River Narrows am Fuße des Canyons zu sehen und durch eiskalte Flusswasser waten zu können.
Und wie das so ist: aus Fehlern lernt man. Ab sofort sind wir zu Frühaufsteher mutiert um kein weiteres Mal erst bei unter gehender Sonne im Park anzukommen.

2 Bryce Canyon
Der Bryce Canyon Nationalpark liegt im Südwesten von Utah. Der Park ist bekannt für sein Amphitheater aus „Hoodoos“. Hoodoos sind turmähnliche Gebilde aus Sedimentgestein. Bis wir sie nicht live gesehen hatten, konnten wir uns nicht vorstellen wie cool diese durch  Erosion geformten Hoodoos aussehen. Im Park gibt es relativ wenig Auto-Parkmöglichkeiten und häufig sind diese mit 1-stündigen Parklimits versehen. Wer wandern möchte, sollte lieber den kostenlosen Shuttlebus nutzen.

Wir haben uns für die Kombination aus Queen´s Garden Trail (ca. 2,9km, easy) und Navajo Loop Trail (ca. 2,2km, easy bis moderat) entschieden. Der Trail startet am Canyon-Rand, eigentlich am Sunrise Point. Wir haben -glücklicherweise- die Busstation verpasst und sind dadurch nicht ganz ordnungsgemäß gestartet. Anstelle zum offiziellen Startpunkt zu fahren, sind wir querfeldein „hoch“ gelaufen, denn irgendwo oben musste der Canyon Rand ja sein. Und tatsächlich, wir kamen an, am Rim. Dieser Moment war einfach nur „Wow“! Zum ersten Mal, konnten wir das Hoodoo Amphitheater sehen und waren zudem ganz alleine mit dieser beeindruckenden Aussicht (denn alle anderen sind ja zum korrekten Startpunkt gefahren).

 

Der Navajo Trail zählt zu den populärsten Wanderstrecken des Parks und führt sowohl am Rand entlang als auch hinunter in den Canyon. Als Rundgang ist der Trail von beiden Seiten begehbar, aufgrund der Sonneneinstrahlung ist es aber ratsam von der östlichen Seite, dem Sunrise Point zu starten. Bei dieser Tour bekommt man einen unglaublich coolen Einblick in diese faszinierende Natur: Vorbei an Hoodoos, mittendurch enge und zum Teil schattige Schluchten.

3 Escalante State Park
Beim Roadtrippin´ hat man die Wahl: passiert man krasse Natur, hält etliche Male an und verlängert die Route um etwa 2 Stündchen oder fährt man den Highway. Die Entscheidung fällt leicht, oder? Der Escalante State Park ist eine dieser wunderschönen Routen mit unzähligen Parkbuchten und Aussichtspunkten.

4 Canyonlands National Park (Island in the Sky)
Die Canyonlands liegen in der Nähe von Moab. Viele sagen, der Park würde sich nicht lohnen – gar nicht wahr!  Als wir am ersten Plateau ankamen, mussten wir uns den Ausblick nur mit einer Handvoll anderer Besucher teilen und waren erstmal baff. Der Ausblick hier ist der Hammer! Zwar ist der Park kein Wanderparadies, aber zum Roadtrippen ist er super.

Tiefe Schluchten teilen den Park in drei Teile mit verschiedenen Eingängen auf:

  • Island in the Sky im Norden
  • The Needles im Südosten
  • The Maze im Westen

Wir sind zum nördliche Eingang „Island in the Sky“ gefahren, weil es optimal für unsere Route war. In diesem Teil des Parks liegt auch der berühmte „Mesa Arch“. Hier haben wir zum ersten Mal einen Arch – also einen Steinbogen – gesehen. Wahnsinn, dass so etwas mit der Zeit aus natürlicher Kraft enstehe kann. Die Vorfreude auf den Arches National Park wuchs!
In den Canyonlands reichen etwa 2-3 Stunden. Hier kann man easy mit dem Fahrzeug parken und die leichten Trails zu den Aussicht-Plateaus spazieren. Je nachdem zu welchem Eingang man möchte, schaut man am besten ab und zu parallel zum Navi bei Google Maps nach. Denn nicht jedes Navi kennt die unterschiedlichen Zugänge, was im Schlimmsten Fall einen riesigen Umweg bedeutet.

5 Arches National Park
In Moab übernachtet, sind wir morgens direkt um Punkt 9 Uhr zur Eröffnung des Arches National Park gefahren. Wir wurden vorgewarnt, dass der Park über keinen Shuttleservice verfügt und die Zufahrt zu Aussichtspunkten gesperrt wird, sobald die Parkplätze voll sind. Zudem ist es je nach Reisezeit eh eine gute Idee vor der Mittagshitze los zu wandern. Der Nat´l Park weist die weltweit größte Konzentration an Arches auf. Arches sind Sandsteinbögen die auf natürliche Weise durch Erosion und Witterung entstehen. Arch darf sich so ein Bogen aber erst nennen, wenn die Öffnung mindestens 90 cm groß ist.
So wie die Bögen durch die Natur entstanden sind, so vergehen sie auch irgendwann wieder, deshalb schützt der NPS sie so gut wie möglich.

Unser erster Trail zum Delicate Arch ist als „schwer“ ausgewiesen. Wir würden den Rundgang über 4,8km eher als moderat bezeichnen. Der Trail ist recht kurz, stellenweise steil (150 Höhenmeter) und führt zum Teil auf befestigten, größtenteils unbefestigten Weg zum berühmten Delicate Arch. Und wieder: WOW! Uns durchfährt ein unbeschreibliches Gefühl, als wir die ersten 2 1/2 -Kilometer geschafft haben, um die Ecke kamen und plötzlich freie Sicht auf den riesigen, freistehenden Arch hatten, ein beeindruckendes Naturspektakel.

Erkennst du David?

Der Trail führt zudem an den Überbleibseln der über 100 Jahre alten Ranch von John Wesley Wolfe vorbei und zeigt einige Petroglyphen der Ute Indianer.

Das coole am Arches Nat´l Park: jeder Hotspot ist anders! Bisher haben wir immer den selben Canyon aus verschiedenen Perspektiven gesehen, hier gibt es haufenweise verschiedene Arches, in ungleichen Umgebungen mit unterschiedlicher Vegetation. Neben dem Delicate Arch haben wir uns noch den Sand Dune Arch und denLandscape Arch angesehen. Genügend Zeit für Fotos ist einzuplanen, es gibt stellenweise „Warteschlangen“. Einige Teile des Parks waren leider gerade zu Restaurationszwecken gesperrt und eine Sache müssen wir noch loswerden! Zu sehen wie einige Besucher keinen Respekt vor der Natur haben und für ein Foto die Bögen besteigen ist uns unverständlich! So schöne und einzigartige Gestalt muss bewahrt werden.

So, dass waren unsere Erfahrungen in den ersten 5 National Parks. Es stehen noch einige Parks aus, über die wir in mindestens einem weiteren Roadtrippin Artikel berichten werden.

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